Umstellung auf Verblisterung: Checkliste für Pflegeheime
Zehn Phasen von der Entscheidung im Haus bis zur Dokumentation, mit Prüfpunkten zum Abhaken und der Angabe, ob Heim, Apotheke oder Arzt zuständig ist. Dazu ein Nachweis-Check mit sechs Fragen zu Dokumentation und Medikationsprozess Ihres Hauses und ein Schritte-Zähler für den Weg eines geänderten Medikationsauftrags.
Checkliste zum Ausdrucken
Die Checkliste liegt als PDF auf drei Seiten vor, mit Kästchen zum Abhaken, Nachweis-Check und Schritte-Zähler: Checkliste Umstellung auf Verblisterung (PDF).
Zwei Arbeitsbögen gehören dazu: der Nachweis-Check und der Schritte-Zähler. Die Spalte „Zuständig“ nennt, wer den Prüfpunkt verantwortet: das Heim, die Apotheke oder der Arzt.
Was sich für Ihr Team ändert
Das Stellen der Tabletten im Haus entfällt. Ihr Team gibt die Einnahme aus der beschrifteten Blisterrolle oder Blisterkarte und gewinnt Zeit für die Bewohner. Die Phasen 7 bis 9 zeigen, was dafür im Haus geregelt sein sollte.
Phase 1: Entscheidung im Haus
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Heimleitung und Pflegedienstleitung haben sich für die Prüfung der Verblisterung ausgesprochen. | Heim |
| ☐ Eine Ansprechperson im Haus für die Umstellung ist benannt. | Heim |
| ☐ Die Wohnbereiche, in denen die Umstellung beginnt, sind festgelegt. | Heim |
| ☐ Die heutigen Abläufe bei Bestellung, Stellen und Gabe der Medikation sind beschrieben. | Heim |
Phase 2: Heimversorgungsvertrag und Genehmigung
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Der Entwurf des Heimversorgungsvertrags liegt dem Haus vor. | Apotheke |
| ☐ Der Träger hat den Vertrag geprüft und freigegeben. | Heim |
| ☐ Der Vertrag ist von beiden Seiten unterzeichnet. | Heim, Apotheke |
| ☐ Die zuständige Behörde hat den Vertrag genehmigt, in Sachsen die Landesdirektion Sachsen. Erst mit der Genehmigung wird er wirksam. | Apotheke |
| ☐ Ansprechpartner auf beiden Seiten sind im Vertrag oder in der Anlage genannt. | Heim, Apotheke |
Phase 3: Information der Bewohner und Angehörigen
Jeder Bewohner entscheidet selbst, ob die Apotheke ihn versorgt. Versorgt wird nur, wer einverstanden ist.
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Ein Informationsschreiben an Bewohner und Angehörige ist verschickt. | Heim |
| ☐ Die Bewohner wissen, dass sie die Versorgung durch die Apotheke annehmen oder ablehnen können. | Heim |
| ☐ Das Einverständnis jedes Bewohners ist schriftlich festgehalten. | Heim |
| ☐ Fragen von Bewohnern und Angehörigen sind beantwortet, auf Wunsch gemeinsam mit der Apotheke. | Heim, Apotheke |
| ☐ Eine Liste der Bewohner, die versorgt werden, liegt der Apotheke vor. | Heim |
Phase 4: Abstimmung mit den behandelnden Ärzten
Über jede Verordnung entscheidet der Arzt.
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Die behandelnden Ärzte der versorgten Bewohner sind über die Umstellung informiert. | Heim, Apotheke |
| ☐ Die Ärzte kennen die Blisterform und wissen, wie Rückfragen zur Medikation gestellt werden. | Apotheke |
| ☐ Der Weg für Folgerezepte der Bewohner, die einverstanden sind, ist mit den Praxen geklärt. | Apotheke, Arzt |
| ☐ Ansprechpersonen in den Praxen sind notiert. | Heim, Apotheke |
Phase 5: Medikationspläne erfassen
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Der aktuelle Medikationsplan jedes versorgten Bewohners liegt der Apotheke vor. | Heim |
| ☐ Die Apotheke hat jeden Plan auf Plausibilität geprüft. | Apotheke |
| ☐ Offene Rückfragen zu einzelnen Plänen sind mit der Praxis geklärt. | Apotheke, Arzt |
| ☐ Für jeden Bewohner steht fest, welche Arzneimittel in den Blister kommen und welche in der Packung bleiben. | Apotheke |
| ☐ Das Haus kann den Plan jedes Bewohners auf der digitalen Plattform der Apotheke einsehen. | Apotheke |
Phase 6: Blisterrolle oder Blisterkarte wählen
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Beide Formen wurden dem Pflegeteam gezeigt: Beutel je Einnahmezeit bei der Rolle, Mulde je Einnahmezeit bei der Karte. | Apotheke |
| ☐ Das Haus hat die Form gewählt, die zu den Abläufen auf den Wohnbereichen passt. | Heim |
| ☐ Der Ablageort der gelieferten Blister im Wohnbereich ist festgelegt. | Heim |
Phase 7: Schulung des Pflegeteams in der Handhabung
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Das Team weiß, wo Name des Bewohners und Einnahmezeit auf jeder Einnahme stehen. | Apotheke, Heim |
| ☐ Das Team hat die Handhabung von Rolle oder Karte selbst ausprobiert. | Heim |
| ☐ Das Team weiß, welche Arzneimittel in der Packung bleiben, zum Beispiel Tropfen, Säfte, Insulin und Salben. | Apotheke, Heim |
| ☐ Das Team kennt den Weg, auf dem Änderungen an die Apotheke gemeldet werden. | Heim |
| ☐ Die Teilnahme an der Schulung ist dokumentiert. | Heim |
Phase 8: Start und erste Wochen
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Die erste Lieferung ist im Haus angekommen und wurde mit der Liste der versorgten Bewohner abgeglichen. | Heim |
| ☐ Die erste Gabe aus dem Blister wurde im Wohnbereich begleitet. | Heim, Apotheke |
| ☐ Auffälligkeiten und Rückfragen aus dem Team sind gesammelt und mit der Apotheke besprochen. | Heim, Apotheke |
| ☐ Ein Rückblick nach den ersten Wochen mit Pflegedienstleitung und Apotheke ist vereinbart. | Heim, Apotheke |
Phase 9: Änderungen und Krankenhausrückkehr
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Es ist festgelegt, wer im Haus Änderungen des Medikationsplans an die Apotheke meldet. | Heim |
| ☐ Neue und abgesetzte Arzneimittel werden mit Datum festgehalten. | Heim |
| ☐ Bei der Rückkehr aus dem Krankenhaus liegen Entlassbrief und aktueller Plan der Apotheke vor. | Heim |
| ☐ Offene Punkte aus der Entlassung sind mit dem Arzt geklärt und notiert. | Heim, Arzt |
| ☐ Die Bedarfsmedikation wird mit Datum und Name nachgefordert und festgehalten. | Heim |
Phase 10: Dokumentation
| Prüfpunkt | Zuständig |
|---|---|
| ☐ Einverständnis der Bewohner, Vertrag und Schulungsnachweis sind an einem Ort abgelegt. | Heim |
| ☐ Anforderungen von Rezepten sind mit Datum und Namen festgehalten. | Heim, Apotheke |
| ☐ Meldungen der Apotheke zum Stand einer Bestellung sind festgehalten. | Heim |
| ☐ Gespräche mit Ärzten zu fehlenden oder geänderten Arzneimitteln sind vermerkt. | Heim |
| ☐ Die Dokumentation steht der Pflege jederzeit zur Verfügung. | Heim |
Nachweis-Check. Können Sie heute belegen, …
Pflegeheime führen Aufzeichnungen über ihren Medikationsprozess. Sie sind Gegenstand der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes in der vollstationären Pflege. Sechs Fragen an Ihr Haus. Kreuzen Sie an, was auf Ihr Haus zutrifft.
| Können Sie heute belegen, … | Ja, mit Unterlage | Ja, aus dem Gedächtnis | Offen |
|---|---|---|---|
| … wann das Rezept für das zuletzt neu angesetzte Medikament angefordert wurde? | ☐ | ☐ | ☐ |
| … wer es angefordert hat? | ☐ | ☐ | ☐ |
| … welchen Stand die Apotheke zuletzt gemeldet hat? | ☐ | ☐ | ☐ |
| … dass der Arzt informiert war, als das Medikament noch fehlte? | ☐ | ☐ | ☐ |
| … was bei der letzten Krankenhausentlassung wann geklärt wurde? | ☐ | ☐ | ☐ |
| … wann die Bedarfsmedikation zuletzt nachgefordert wurde, und von wem? | ☐ | ☐ | ☐ |
Wo Sie „Offen“ angekreuzt haben, sprechen wir gern mit Ihnen über den Ablauf.
Schritte-Zähler
Der Weg eines geänderten Medikationsauftrags in Ihrem Haus: vom Moment, in dem der Arzt die Medikation ändert, bis zur Gabe durch die Pflegekraft. Eine Zeile je Schritt, in der Reihenfolge, in der es bei Ihnen läuft. Tragen Sie ein, wer den Schritt macht und wie viele Minuten er ungefähr dauert. Kreuzen Sie an, wenn der Schritt danach an eine andere Person geht.
| Nr. | Schritt | Wer macht ihn? | Minuten (geschätzt) | Übergabe an andere Person? |
|---|---|---|---|---|
| z. B. | Rezept beim Arzt anfordern | Fachkraft | 10 | ☐ |
| 1 | ☐ | |||
| 2 | ☐ | |||
| 3 | ☐ | |||
| 4 | ☐ | |||
| 5 | ☐ | |||
| 6 | ☐ | |||
| 7 | ☐ | |||
| 8 | ☐ | |||
| 9 | ☐ | |||
| 10 | ☐ | |||
| 11 | ☐ | |||
| 12 | ☐ |
Darunter tragen Sie ein:
- Zahl der Schritte
- Zahl der Übergaben
- Minuten je Vorgang (Summe)
- Vorgänge pro Woche (geschätzt)
- Minuten pro Woche (Minuten mal Vorgänge)
- Der Schritt, der bei uns am meisten Zeit kostet
Welche dieser Schritte mit der Verblisterung entfallen, besprechen wir gern gemeinsam mit Ihnen.
Weitere Informationen
Mehr über unsere Arbeit für Heime lesen Sie unter Heimversorgung und Verblisterung für Pflegeheime. Zu den Folgerezepten finden Sie Antworten unter Rezeptmanagement.
Häufige Fragen
Wer entscheidet, ob ein Bewohner verblistert versorgt wird?
Jeder Bewohner entscheidet selbst, ob die Knut Apotheke ihn versorgt. Das Haus informiert die Bewohner und ihre Angehörigen vor dem Start.
Brauchen wir für die Umstellung einen Heimversorgungsvertrag?
Die Knut Apotheke beliefert Pflegeheime auf Grundlage eines Heimversorgungsvertrags zwischen dem Haus und der Apotheke. Wirksam wird er mit der Genehmigung der zuständigen Behörde, in Sachsen der Landesdirektion Sachsen. Er steht deshalb am Anfang der Checkliste.
Blisterrolle oder Blisterkarte: Was passt zu unserem Haus?
Bei der Rolle steht ein Beutel für eine Einnahmezeit, bei der Karte eine Mulde. Beide Formen tragen bei jeder Einnahme den Namen des Bewohners und die Einnahmezeit. Welche Form zu den Abläufen auf Ihren Wohnbereichen passt, entscheidet Ihr Haus. Wir zeigen Ihnen beide Formen gern vor Ort.
Welche Arzneimittel kommen nicht in den Blister?
Tabletten und Kapseln, die ein Bewohner täglich nimmt und die sich für den Blister eignen, kommen hinein. Tropfen, Säfte, Insulin, Salben und Pflaster liefern wir in der Packung, beschriftet mit dem Namen des Bewohners.
Was geschieht bei einer Änderung des Medikationsplans?
Die Pflege meldet die Änderung an die Apotheke. Über jede Verordnung entscheidet der Arzt. Wie Sie Änderungen und die Rückkehr aus dem Krankenhaus im Haus festhalten, steht in Phase 9 und 10 der Checkliste.
Wer ist unser Ansprechpartner in der Apotheke?
Ihr Ansprechpartner ist Michael Gäbe, Apotheker und Inhaber der Knut Apotheke, gemeinsam mit dem Team der Heimversorgung.

Michael Gäbe, Apotheker und Inhaber
Fachlich geprüft · Stand
Die Umstellung für Ihr Haus besprechen
Wir gehen die Checkliste gern mit Ihnen durch, auch bei Ihnen vor Ort.
Knut Apotheke Michael Gäbe e.K. · Borsbergstraße 24 · 01309 Dresden
Michael Gäbe
Apotheker und Inhaber der Knut Apotheke
Ihr Ansprechpartner für Heimversorgung, Verblisterung, Homecare und Fragen von Arztpraxen
Kontakt für Pflegeheime, Pflegedienste und Praxen
- Telefon (Hauptnummer)
- 0351 3120610
- Fax
- 0351 31206120
- E-Mail Heimversorgung
- heimversorgung@knut-apotheke-dresden.de
- KIM
- knut-apotheke-dresden@meine-apotheke.kim.telematik
